19.03.2026, 07:46 Uhr | Presseartikel des Prignitzer (Von Benjamin Lassiwe) | Quelle: Gordon Hoffmann MdL

Vom Schulverweigerer zum neuen Bildungsminister Brandenburgs
Die neuen Minister haben ihre Ernennungsurkunden erhalten, darunter auch Gordon Hoffmann, der von sich sagt: „Ich weiß, wie es ist, wenn Dich alle für einen Verlierer halten.“

Potsdam/Prignitz. Gordon Hoffmanns ehemaliger Klassenlehrer hat ihm schon geschrieben. „Er hat mir gratuliert, und geschrieben, dass er sehr, sehr stolz darauf ist, dass sein ehemaliger Schüler am Ende doch noch irgendwo angekommen ist“, sagt Hoffmann. Der CDU-Landtagsabgeordnete aus der Prignitz steht am Mittwochmorgen vor der „Blauen Wand“ in der Potsdamer Staatskanzlei. Es ist der Ort, wo der Ministerpräsident und die Minister nach Kabinettssitzungen ihre Statements abgeben. Künftig wird auch Hoffmann dort regelmäßig zu sehen sein: Denn am Mittwoch erhielt er – so wie alle neuen Ministerinnen und Minister - aus der Hand von Ministerpräsident Dietmar Woidke seine Ernennungsurkunde. Und kurze Zeit später wurde das Kabinett im Landtag vereidigt, wo auch der Prignitzer mit der religiösen Eidesformel „So wahr mir Gott helfe“ seinen Amtseid leistete.

Für Hoffmann ist das Ministerium ein neuer Höhepunkt auf einem alles andere als gradlinig verlaufenen Lebensweg. Als er sich vor einigen Jahren auf einem CDU-Parteitag um das Amt des Generalsekretärs bewarb, berichtete er davon, dass er beinahe den mittleren Schulabschluss nicht geschafft habe. „Ich weiß, wie es ist, wenn Dich alle für einen Verlierer halten“, sagte Hoffmann damals. Auch die Lehre als Heizungsbauer schmiss er hin. Erst die Bundeswehr, mit der er im Kosovo war, brachte den Prignitzer wieder auf Kurs. Auf dem zweiten Bildungsweg erwarb er das Abitur, wurde Erzieher, ging in die Politik – und wurde nun als Bildungsminister vereidigt.

Doch auch Jan Redmann, der neue Innenminister, hatte nach der verlorenen Landtagswahl wohl wenig Hoffnung, jemals Minister in Brandenburg werden zu können. Am Mittwoch waren seine Eltern, die ihn auch im Wahlkampf unterstützt hatten, in der Staatskanzlei zu Gast. „Es ist natürlich ein sehr besonderer Tag“, sagte Redmann. „Ich weiß, was vor uns liegt, und habe hohen Respekt vor den Aufgaben, die vor mir liegen.“ Die Koalitionsverhandlungen bezeichnete Redmann als Teambuilding-Maßnahme. „Das ist besonders dann erfolgreich, wenn das Team gemeinsam Erfolge hat“, sagte Redmann. Und die habe man gehabt, weil man über die eigenen Wahlprogramme hinaus gegangen sei.

Einen soliden bayerischen Klang in der Stimme hatte dagegen die neue Wirtschaftsministerin Martina Klement. Mit ihr wird erstmals eine CSU-Politikerin Ministerin in Brandenburg. Einen Eintritt in die CDU scheint die gebürtige Donauwörtherin, die bisher Digitalstaatssekretärin in Berlin war, unmittelbar nicht zu planen. „Jetzt komme ich erst mal an“, sagte sie. „In Berlin war mein Parteibuch ja auch etwas exotisch, aber das hat der inhaltlichen Arbeit ganz offensichtlich auch nicht geschadet.“ Und auch die eine oder andere Maß Bier aus Brandenburg wird Clement wohl in Zukunft verkosten: Sie freue sich auf die vielfältige Brandenburger Brauereilandschaft, ließ sie wissen.

Worauf ihr der neue Gesundheitsminister René Wilke einen Besuch im Frankfurter Brauhaus empfahl. BSW-Landtagsfraktionchef Nils-Olaf Lüders nutzte den Anlass, die SPD- CDU-Koalition als „Koalition der Angst vor dem Wählerwillen“ zu geißeln und ein weiteres Mal Neuwahlen zu fordern. 

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